Anstatt mit Bargeld bezahlen immer mehr Leute mit Zahlungskarten. Plastikgeld bietet gegenüber Bargeld viele Vorteile. Bei Plastikgeldkarten wird unterschieden zwischen Debitkarten, Prepaidkarten und Kreditkarten. In diesem Lernclip lernst du die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kartentypen kennen.
Eine Debitkarte (englisch «debit» = die Kontobelastung) ist eine Karte, die zur bargeldlosen Bezahlung oder zum Abheben von Bargeld am Geldautomaten verwendet werden kann. Eine Debitkarte ist immer an ein Bank-/Postkonto gebunden, d.h dass das Konto des Karteninhabers nach dem Kauf oder dem Bezug von Bargeld sofort oder innerhalb weniger Tage belastet wird. Debitkarten sind mit einem Bezugslimit versehen (Tages- und Monatslimite). Da es bei vielen Debitkarten möglich ist, auch mehr Geld zu beziehen als auf dem Konto liegt, handelt es sich bei der Debitkarte eigentlich auch um eine versteckte Kreditkarte. Viele Finanzistitute gehen aber heute dazu über, dass Konten mit Debitkarten nicht mehr überzogen werden können.
Neben dem Bezug von Bargeld am Geldautomaten und bargeldlosem Bezahlen von Waren und Dienstleistungen, bieten Debitkarten einen Vielzahl von Zusatzfunktionen.
Die Debitkarte wird in der Schweiz auch als Maestrocard oder
PostFinance Card bezeichnet.
Maestrocards werden von
den Banken ausgegeben. Die Maestro Card ist erkennbar am entsprechenden
Symbol. PostFinance Card heisst die Kundenkarte von PostFinance, die
auch als Debitkarte verwendet werden kann. Mit den Debitkarten kann in
der Schweiz an 5'000 Geldautomaten und an 740 Postomaten Bargeld bezogen
werden. Mit der PostFinance Card kann zusätzlich in allen Poststellen,
beim Kundendienst der Migros und an 1'400 Bahnschaltern Geld bezogen
werden. Der Geldbezug mit der PostFinance Card an einem
Maestro-Geldautomaten ist gebührenpflichtig.
Da Einkäufe und Bargeldbezüge, die mit der Debitkarte getätigt wurden, immer unmittelbar dem Konto belastet werden, fällt es dir leichter, den Überblick über deine Finanzen zu behalten. Auf dem monatlichen Kontoauszug sieht du jeweils wann und wieviel Geld deinem Konto belastet wurde. Nutzt du die Möglichkeiten des Internetbankings, hast du rund um die Uhr Zugriff auf deine Kontoangaben und bist jederzeit auf dem Laufenden, über den Kontostand.
Kreditkarten funktionieren nach dem Prinzip «jetzt kaufen -
später bezahlen». Mit einer Kreditkarte kann man also Waren und
Dienstleistungen heute kaufen, der Kaufbetrag wird aber erst Ende Monat
durch das Kreditkartenunternehmen in Rechnung gestellt. Die in der
Schweiz am bekanntesten Kreditkartenunternehmen heissen Mastercard oder
VISA.
Kreditkarten werden in beinahe allen Geschäften
und Restaurants akzeptiert. Mit der Kreditkarte ist es auch möglich,
Bargeldbezüge an Geldautomaten zu machen. Dabei fallen aber für jeden
Bezug recht hohe Gebühren an. Häufige Verwendung finden Kreditkarten
auch beim Einkaufen in Online-Shops.
Mastercards und
Visacards werden in der Schweiz von Banken und der PostFinance ausgeben.
Wer eine Kreditkarte beantragen will, muss nachweisen, dass er über ein
genügend hohes Einkommen verfügt (Kreditwürdigkeit).
Bezahlt man viele Einkäufe mit der Kreditkarte, besteht die
Gefahr, dass man den Überblick über die persönlichen Ausgaben verliert.
Kreditkarten sind daher für Jugendliche, die den Umgang mit Geld zuerst
erlernen müssen, nicht geeignet.
Zu den Kreditkarten
gehören eigentlich auch die sogenannten Kundenkarten. Du kaufst
bespielsweise im Möbelhaus neue Möbel ein, der Betrag wird dir aber erst
Ende Monat in Rechnung gestellt. Beim Einsatz von Kundenkarten ist also
die gleiche Vorsicht geboten wie bei der Kreditkarte.
Käufe übers Internet, z.B. Flugtickets, Bücher oder Musiktitel,
können häufig nur mit Kreditkarte bezahlt werden. Und auch auf Reisen
kann die Kreditkarte, dank der weltweiten Akzeptanz, gute Dienste
leisten.
Die Jahresgebühren der verschiedenen Anbieter
sind sehr verschieden. Auch hier lohnt es sich, verschiedenen Angebote
miteinander zu vergleichen. Die Preisvergleich-Plattform (www.comparis.ch)
kann dir bei deiner Wahl weiter helfen.
Eine Prepaidkarte funktioniert nach dem Prinzip «zuerst bezahlen
- später kaufen». Am Bekanntesten ist wohl der Einsatz von Prepaidkarten
beim Telefonieren mit dem Handy. Du lädst zu Beginn dein Prepaidkonto
mit einem Guthaben. Sobald du das Guthaben aufgebraucht hast, musst du
das Konto erneut aufladen. Andere Formen von Prepaidkarten sind
bespielsweise die Cash-Karte, die Mehrfahrtenkarte im öffentlichen
Verkehr oder die 10er-Eintrittekarte in das Schwimmbad. Auch hier
bezahlst du im Voraus eine Ware oder eine Dienstleistung, die du erst
später beziehen wirst.
Prepaidkarten verhindern also,
dass man mehr Geld ausgibt als man eigentlich besitzt.
Einige Finanzistitute bieten sogar sogenannte Prepaid-Kreditkarten an.
Diese Karte bietet die gleichen Möglichkeiten wie eine herkömmliche
Kreditkarte, lediglich, dass die Karte vor der Shopping-Tour oder dem
Restaurantbesuch mit einem Guthaben aufgeladen werden muss.
Viele Portale im Internet bieten Klingeltöne, Spiele oder Videos zum direkten Download auf das Handy an. Die Preise für diese Angebote sind in der Regel recht hoch. Soll dein Handy bei einem Anruf wie ein Frosch quaken oder wie eine Katze miauen, bezahlst du beispielsweise im Handystyling-Shop von Sunrise stolze 3 Franken pro Tiergeräusch.
Die Datei wird direkt über das Mobilfunknetz auf dein Handy geladen. Die Kosten werden direkt auf deiner monatlichen Handyrechnung belastet. Die Einkaufstour auf der Handyplattform kann so ganz schnell sehr teuer werden. Mit einem Prepaidhandy können die Kosten begrenzt werden.
Welche Formen des «Bargeldlos-Bezahlens» du auch immer verwendetest, informiere dich im Vorfeld immer ganz genau über die genauen Bedingungen, bevor du einen Kartenvertrag abschliesst. Wie hoch sind allfällige Gebühren und wann fallen diese an? Schliesse ich einen Vertrag mit einer Mindestlaufzeit ab? Komme ich als Jugendliche in den Genuss von speziellen Angeboten und niedrigen Preistarifen? Auf jeden Fall lohnt es sich immer, Angebote von verschiedenen Anbietern miteinander zu vergleichen.
Der Lernclip «Bargeldlos bezahlen» ist abgeschlossen.