Wie kann ich meine Ausgaben und Einnahmen sorgfältig planen? Wie
behalte ich meine Finanzen im Griff?
Das Budget ist
auch im Privatbereich ein gutes Instrument, um den Überblick über seine
Finanzen zu behalten. In diesem Lernclip lernst du, wie du dein
persönliches Budget erstellst. Zudem bekommst du Tipps zum Umgang mit
Geld und erfährst, wie andere Jugendliche mit Geld umgehen.
Der erste Schritt beim Erstellen eines persönlichen Budgets ist
das Festhalten der Einnahmen. Nur wenn du weisst, wie viel Geld dir zur
Verfügung steht, kannst du es auch sinnvoll einteilen.
Es ist wichtig, dass du dein Budget auf einen bestimmten Zeitraum
beziehst – beispielsweise auf einen Monat.
Die meisten Jugendlichen in der Schweiz ab 16 Jahre haben
wiederkehrende monatliche Einnahmen. Entweder sie erhalten regelmässig
Lohn (z. B. Lehrlingslohn, Freizeitjob) und/oder bekommen Taschengeld
von den Eltern bzw. ihren Erziehungsberechtigten. Die Unterschiede
zwischen Jugendlichen verschiedener Ausbildungsgänge sind dabei
beträchtlich: während eine Informatiklehrtochter im dritten Lehrjahr
ohne weiteres CHF 1000.- Lohn erwarten kann, sind Mittelschulabsolventen
meist noch auf die Unterstützung der Eltern angewiesen oder verdienen,
so gut es geht, in ihrer Freizeit einen Batzen dazu.
Es gibt sogar ein Gesetz, indem festgehalten wird, dass Jugendliche über
das Geld, das sie verdienen, selber verfügen können, allerdings nicht
ohne Einschränkungen.
Sobald Jugendliche einen Lehrlingslohn erhalten, stellt sich oft
auch die Frage, was daraus denn alles bezahlt werden muss. Sind von nun
an alle Auslagen selbst zu bezahlen (Kleider, Essen,
Krankenversicherung, Ferien, Schulmaterial, Mobilität etc.) oder braucht
es weiterhin Unterstützung der Eltern? Oder muss sogar ein Teil des
selbstverdienten Geldes als Haushaltsbeitrag abgegeben werden?
Die Jugend- und Elternberatung «Contact» in Luzern hat zu diesem Zweck
Empfehlungen formuliert.
Die meisten Eltern bezahlen ihren Kindern Taschengeld.
Taschengeld ist wichtig, weil Kinder und Jugendliche so schon früh den
Umgang mit Geld lernen. Doch wie viel soll es denn sein?
Die Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Budgetberatungsstellen (ASB) hat
Empfehlungen für die Höhe des Taschengeldes gegeben.
Die meisten Personen haben regelmässige monatliche Einnahmen, z.B. Taschengeld oder Lohn. Daneben gibt es aber auch unregelmässige Einnahmen. Auch diese Einnahmen sollte man in seinem Budget aufführen. Am einfachsten ist es, einen durchschnittlichen Wert pro Monat zu berechnen und in das Budgetformular einzusetzen.
Eva (15) arbeitet in den Sommerferien auf einem Bauernhof. In diesen zwei Wochen verdient sie 720 Franken. Sie überträgt daher 60 Franken (720 / 12) in ihr monatliches Budget.
Joe (16) arbeitet in seiner Freizeit im Betrieb seines Vaters. Die Arbeit ist aber sehr unregelmässig, manchmal kann er pro Woche nur zwei bis drei Stunden arbeiten. Joe hat zusammengezählt, dass er pro Jahr insgesamt 2400 Franken verdient. Er teilt diesen Betrag durch 12 und überträgt 200 CHF auf sein monatliches Budget.
Nach den
Einnahmen müssen nun auch die Ausgaben möglichst genau aufgeführt
werden. Solange du dich in der Ausbildung befindest und keinen Lohn
verdienst, werden deine Eltern (oder Erziehungsberechtigte) die meisten
deiner Ausgaben bezahlen. Vielleicht hast du aber mit deinen Eltern
abgemacht, dass du für bestimmte Ausgaben bereits selber aufkommen
musst.
Mögliche Budgetposten könnten sein:
Es gibt Ausgaben, die regelmässig jeden Monat anfallen, z.B. die
Handykosten oder die Auslagen für Tram und Bus. Es gibt aber auch
Ausgaben, die man nur einmal im Jahr oder noch seltener bezahlen muss,
z. B. die Kosten für die Ferienreise oder für ein neues Velo.
Auch solche unregelmässigen Ausgaben sollten im Budget aufgeführt werden.
Jeden Monat rechnet man einen bestimmten Betrag ein, der später
verwendet werden kann, um die Ausgabe zu tätigen.
Sabine (14) ist eine Pferdeliebhaberin und begeisterte Reiterin. Der Reitsport ist teuer: Jedes Jahr muss sie Reitzubehör für ca. 500 Franken kaufen. Um diese Auslagen bezahlen zu können, wenn sie anfallen, stellt sie jeden Monat 45 CHF zurück.
Max (15) möchte mit seinen Freunden eine Interrailreise unternehmen. Während zwei Jahren hat er jeden Monat 30 CHF zurückgestellt. Nun kann er das Reiseticket aus dem eigenen Sack bezahlen.
Erstelle nun dein eigens Budget. Führe deine monatlichen
Einnahmen und Ausgaben auf dem Budgetformular auf. Halten sich deine
Ausgaben und deine Einnahmen die Waage?
Mehr
Informationen zum Thema «Budget» findest du auch im PostDoc –
Arbeitsheft «budgetiert-kapiert» Dort erfährst du, welche
Beratungsstellen online Budgetformulare zur Verfügung stellen.
Die Ausgaben immer im Griff zu haben, ist keine leichte Aufgabe.
Trendige Kleider und Schuhe, verlockende Reiseangebote, der Ausgang mit
Freunden am Wochenende, lange Handygespräche – all dies kostet eine
Menge Geld.
Eine Studie der Fachhochschule
Nordwestschweiz hat herausgefunden, dass ca. 12% der Jugendlichen im
Alter von 14 bis 18 Jahren mit Schulden zu kämpfen haben.
Tom (14): «Zuerst war der Umgang mit dem Handy kein Problem, ich brauchte nie mehr als 20 Franken pro Monat. Doch dann stiegen die Kosten immer stärker, am Schluss konnte ich die Handyrechnungen der letzten drei Monate nicht mehr bezahlen. Der Betrag belief sich insgesamt auf Franken 700.-. Ich musste meine Eltern um Hilfe bitten».
Karin (15): «Kaum war ich 14, habe ich mir mit meinen Ersparnissen ein Occassion-Mofa gekauft. Mit der Zeit stellte ich fest, dass die laufenden Kosten mein Budget übersteigen: Benzin, Versicherung, Reparaturen. All das war sehr teuer. Ich hatte kein Geld mehr für Kleider oder Ausgang».
Übersteigen deine Ausgaben deine Einnahmen? Hier einige einfach aber wirkungsvolle Spartipps:
Im Brockenhaus oder in Second Hand Läden findet man fast alles: Kleider, Sportgeräte, Möbel, Schuhe, Elektrogeräte. Oft sind die Sachen in einem sehr guten Zustand und viel günstiger als neu.
Ausflüge mit dem Velo oder zu Fuss kosten nichts und machen Spass. Man spart die Eintritte, das Zugbillet und – wenn man die Verpflegung mitnimmt – sogar die Kosten für das Restaurant.
Hier ein Süssgetränk und da ein Schokoriegel. Die Kosten für kleine Snacks zwischendurch können sich zu stolzen Beträgen summieren. Darum: Trink Wasser aus der Leitung, iss Früchte und nimm dein Sandwich von zuhause mit.
Der Lernclip «Mein Budget» ist abgeschlossen.
