Die meisten Jugendlichen gehen im Allgemeinen
verantwortungsbewusst mit Geld um. Einige Jugendliche in deinem Alter
borgen sich bei einem finanziellen Engpass bei Freunden und Freundinnen
oder der Familie Geld und bezahlen den Betrag innerhalb weniger Tage
wieder zurück.
Mit dem Erreichen der Müdigkeit mit 18
Jahren und dem ersten regelmässigen Einkommen eröffnen sich aber
plötzlich für viele neue ungeahnte Möglichkeiten in der Konsumwelt und
die Verlockung wird gross, mehr Geld auszugeben als man eigentlich
besitzt.
In diesem Lernclip erfährst du mehr zu deinem
Konsumverhalten und zum Thema Jungendverschuldung in der Schweiz. Zudem
lernst du mögliche Schuldenfallen und Wege aus der Verschuldung kennen.
Wie gehst du mit Geld um? Wie ist dein persönliches Konsumverhalten? Wie verhältst du dich beispielsweise in der folgenden Situation?
Du möchtest unbedingt etwas haben, das du dir im Augenblick mit deinem Taschengeld oder deinem Ersparten nicht leisten kannst.
Überlege was du antworten würdest.
Wie verhältst du dich in der folgenden Situation?
Am Samstag fährst du in die Stadt zum Einkaufen. Wie bereitest du dich vor?
Überlege was du antworten würdest.
Auf was achtest du beim Einkaufen besonders?
Überlege was du antworten würdest.
Eine repräsenative Umfrage des Bundesamtes für Justiz bei 500
Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren in der Deutschschweiz hat
ergeben, dass...
Lorenz ist 20 Jahre alt und bereits mit 25'000.- verschuldet. Wie
ist es zu dieser Verschuldung gekommen? Lorenz erzählt:
«Nach der Sekundarschule begann
ich eine Lehre als Zimmermann. Die Lehre brach ich aber nach zwei Jahren
ab, da ich mit meinem Lehrmeister einfach nicht klar kam. Zum gleichen
Zeitpunkt zog ich auch von Zuhause aus. Ich wohnte für kurze Zeit in
einer WG und dann in einer eigenen Wohnung. Mit verschiedenen
Kundenkarten kaufte ich mir Möbel und teure Unterhaltungselektronik.
Zwischendurch joppte ich als Lagerist. Mehrmals pro Woche ging ich in
den Ausgang und borgte mir Geld bei meinen Freunden. Damit ich die
aufgelaufenen Rechnungen für die Wohnungsmiete und meine Kundenkarten
bezahlen konnte, nahm ich einen Kleinkredit auf.»
Der sich immer schneller drehenden Schuldenspirale gibt es ohne
professionelle Hilfe fast kein Entrinnen. Wege aus der Verschuldung sind
möglich. Sie fordern von der verschuldeten Person in Regel ein radikales
Umdenken in ihrem Konsumverhalten und der Wille, ihre Schulden auch
wirklich ganz abzubezahlen.
Schuldenberaterinnen und
-berater begleiten Menschen, die in finanzielle Schieflage geraten sind.
Zusammen mit den Betroffenen treffen sie Abmachungen, wie die Schulden
zurück bezahlt werden können. Diese Abmachungen sind einschneidend und
erfordern den persönlichen Verzicht auf viele gewohnte Dinge im Alltag
wie Ferien, Ausflüge, Essen in Restaurants, Kinobesuche oder spontane
Shoppingtouren. Leider ist es so: So schnell wie die Schulden entstanden
sind, wird man sie in der Regel nicht mehr los.
Beratungsstellen im Netz:
Bequem surfen im Internet, Daten und Bilder herunterladen: mit
den neuen Handys mit schnellen Internetverbindungen ist das ein
Kinderspiel. Doch die Tarife sind extrem teuer und viele erschrecken am
Monatsende über gesalzene Handyrechnungen. Bereits eine Minute Filme
schauen mit dem Handy kostet gegen 10 Franken! Darum sollte wer, mit dem
Handy surfen will, umbedingt eine sogenannte Handy-Surf-Option kaufen.
Für eine fixe Monatspauschale kann man nun je nach Anbieter für 10
Franken zwischen 50 und 250 Megabyte Daten herunterladen.
Zum Vergleich: Ohne Surfoption, also zum Standard-Tarif, verlangt Sunrise für das Datenvolumen von 250 Megabyte 1'250 Franken (statt 7.50)!
Viele Jugendliche träumen davon, ein eigenes Auto oder Motorrad zu besitzen. Ein Neuwagen ist jedoch unter 20'000 Franken kaum zu haben. Da die meisten einen solchen Betrag nicht ohne weiteres bezahlen können, bieten Autohändler sogenannte Leasingverträge an. Ein Leasingvertrag (auch Mietkauf genannt) ist eine Art Abzahlungsverkauf, bei dem neben der Rückzahlung des Kaufpreises auch Zinsen zu entrichten sind. In der Regel verpflichtet man sich mit einem Leasingvertrag während 3 bis 4 Jahren monatlich eine Leasingrate zu bezahlen. Am Vertragsende hat man die Möglichkeit, das Auto oder Motorrad zum Restwert zu kaufen.
Leasingangebote sehen auf den ersten Blick sehr attraktiv aus. Neuwagen oder hochwertige Occasionsmodelle, die mehrere zehntausend Franken kosten, sind für ein paar hundert Franken pro Monat zu haben. Aber folgendes muss bedacht werden:
Vor Abschluss eines Leasingvertrags lohnt es sich, die genauen Kostenfolgen zusammenzurechnen und sorgfältig zu prüfen, ob du dir das leisten kannst oder willst.
Mit 18 Jahren ist man in der Schweiz volljährig. Du darfst
kaufen, was dein Herz begehrt - und auch Kredite aufnehmen . Zahlreiche
Finanzinstitute bieten so genannte Konsum- oder Kleinkredite in der Höhe
von maximal 20'000 Franken an. Wünsche wie Ferien, eine neue
Wohnungseinrichtung oder ein Auto lassen sich dadurch scheinbar rasch
und unkompliziert finanzieren.
Doch Vorsicht: Konsumkredite sind
alles andere als günstig! Die Zinslast beträgt in der Regel 10 bis 15%.
Ein Beispiel:
Bei einem Konsumkredit in der
Höhe von 10'000 Franken (Laufzeit 12 Monate), entfallen neben der
Rückzahlungsrate von ca. 900 Franken pro Monat auch noch monatliche
Zinskosten von durchschnittlich 600 Franken.
Bist du im Moment knapp bei Kasse? Folgende Spartipps helfen dir, dein Budget zu schonen:
Der Lernclip «Schulden machen» ist abgeschlossen.